Inhalt10
- 01Wie viel kWp brauchst du für dein Haus?
- 02Vom Verbrauch heute zum Verbrauch morgen
- 03Wie viel Dachfläche brauchst du pro kWp?
- 04Warum nach der Reform Eigenverbrauch wichtiger wird als Maximalbelegung
- 05Wie groß sollte der Speicher zur Anlage sein?
- 06Welche Grenzen und Pflichten gelten bei der Anlagengröße?
- 07So gehst du bei der Planung Schritt für Schritt vor
- 08Vorlage: deinen Strombedarf zusammenrechnen
- 09Checkliste: Daten für die Größenplanung
- 10Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Startwert: rund 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, ergänzt um künftige Verbraucher.
- Ein E-Auto mit 15.000 km Jahresfahrleistung braucht grob 2.250 bis 3.000 kWh Strom im Jahr.
- Pro kWp brauchst du je nach Modul und Dach etwa 4,5 bis 6 m² Dachfläche.
- Ab mehr als 7 kW installierter Leistung ist ein intelligentes Messsystem Pflicht.
- Bis 30 kWp gelten 0 % Mehrwertsteuer und die Einkommensteuerbefreiung für Wohngebäude.
Wie viel kWp brauchst du für dein Haus?
Die Leistung einer PV-Anlage wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Diese Kennzahl beschreibt, was die Module unter genormten Testbedingungen liefern. Für die Planung zählt aber die Strommenge im Jahr. In Ostwestfalen-Lippe erzeugt ein gut ausgerichtetes Dach grob 850 bis 950 kWh pro kWp und Jahr (Annahme, abhängig von Ausrichtung, Neigung und Verschattung).
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Etwa 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch ist ein guter Startwert. Ein Haushalt mit 4.000 kWh landet so bei rund 4 kWp. Das ist allerdings fast immer zu knapp, denn die Anlage erzeugt im Sommer viel und im Winter wenig. Wer auch in den Übergangsmonaten nennenswert Solarstrom nutzen will, plant größer.
In der Praxis liegen die meisten Einfamilienhäuser deshalb zwischen 8 und 12 kWp. Diese Größe deckt den Haushalt gut ab und lässt Reserven für Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe.
Vom Verbrauch heute zum Verbrauch morgen
Der häufigste Planungsfehler ist eine Anlage, die nur zum heutigen Verbrauch passt. PV-Module sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt, in dieser Zeit ändert sich in vielen Haushalten einiges. Plane deshalb die Verbraucher der nächsten Jahre gleich mit ein:
- E-Auto: Bei einem Verbrauch von 15 bis 20 kWh pro 100 km und 15.000 km im Jahr kommen etwa 2.250 bis 3.000 kWh dazu.
- Wärmepumpe: Je nach Haus, Dämmung und Heizlast sind mehrere tausend kWh pro Jahr üblich. Den genauen Wert liefert die Heizlastberechnung oder der Planer der Wärmepumpe.
- Klimagerät oder Pool: steigern den Verbrauch vor allem im Sommer, also passend zur Solarproduktion.
- Auszug der Kinder oder Homeoffice: verändern den Tagesverbrauch und damit den Eigenverbrauchsanteil.
Eine Anlage später zu erweitern ist möglich, aber teurer als eine passende Planung von Anfang an. Gerüst, Elektrik und Anmeldung fallen dann ein zweites Mal an. Wie Wärmepumpe und PV zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik. Für das Laden des E-Autos lies Wallbox und PV-Anlage.
Wie viel Dachfläche brauchst du pro kWp?
Moderne Module für Einfamilienhäuser leisten heute meist um die 420 bis 450 Watt bei einer Fläche von knapp 2 m². Mit Abständen, Randzonen und Dachfenstern rechnest du realistisch mit etwa 4,5 bis 6 m² Dachfläche pro kWp. Für 10 kWp brauchst du also grob 45 bis 60 m² nutzbare Fläche.
Nutzbar heißt: Schornsteine, Gauben, Dachfenster und Antennen gehen ab, ebenso die Randbereiche, die aus statischen Gründen frei bleiben. Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude kann einzelne Flächen unattraktiv machen.
Wenn die Hauptdachfläche zu klein ist, lohnt der Blick auf weitere Flächen: die zweite Dachseite, eine Garage oder ein Carport. Ost- und Westseiten bringen pro kWp etwas weniger Ertrag, verteilen die Erzeugung aber besser über den Tag. Mehr dazu liest du im Ratgeber Ost-West-Dach.
Warum nach der Reform Eigenverbrauch wichtiger wird als Maximalbelegung
Lange galt der Rat, das Dach so voll wie möglich zu belegen, weil jede eingespeiste Kilowattstunde vergütet wurde. Nach aktuellem Stand (Oktober 2026) ändert sich das voraussichtlich. Der Regierungsentwurf zur EEG-Novelle sieht vor, dass neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 statt der dauerhaften festen Einspeisevergütung nur noch eine befristete Übergangszahlung erhalten. Zusätzlich soll die Einspeiseleistung kleiner Dachanlagen dauerhaft auf 50 % der installierten Leistung begrenzt werden. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet.
Für die Planung heißt das: Überschüsse, die du nicht selbst nutzen kannst, bringen künftig wenig. Eine sinnvoll dimensionierte Anlage mit Speicher und flexiblen Verbrauchern ist dann wirtschaftlicher als eine maximal belegte Anlage ohne Konzept.
Ganz klein solltest du trotzdem nicht planen. Im Winterhalbjahr reicht eine knappe Anlage kaum für den Grundverbrauch, und der Preis pro kWp sinkt mit der Größe. Den Zusammenhang erklären wir im Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage?.
Wie groß sollte der Speicher zur Anlage sein?
Speicher und Anlagengröße hängen eng zusammen. Eine verbreitete Faustformel lautet: etwa 1 kWh Speicherkapazität pro kWp oder pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Für 10 kWp und 4.500 kWh Verbrauch landet man so bei 5 bis 10 kWh.
Entscheidender als die Faustformel ist dein Lastprofil. Ein Speicher soll den Strom aufnehmen, den du am Abend und in der Nacht brauchst. Was über diesen Bedarf hinausgeht, steht in vielen Nächten ungenutzt herum. Zu große Speicher rechnen sich deshalb selten.
Modulare Systeme wie SigenStor, Huawei LUNA2000 oder BYD lassen sich später erweitern. Das ist praktisch, wenn ein E-Auto oder eine Wärmepumpe erst in ein paar Jahren dazukommt. Wie du die Speichergröße genauer bestimmst, erklärt der Ratgeber Stromspeicher-Größe berechnen.
Welche Grenzen und Pflichten gelten bei der Anlagengröße?
Einige Schwellenwerte solltest du bei der Planung kennen:
- 7 kW: Ab mehr als 7 kW installierter Leistung ist ein intelligentes Messsystem Pflicht. Für die meisten Einfamilienhaus-Anlagen trifft das zu.
- Solarspitzengesetz: Neue Anlagen ohne intelligentes Messsystem dürfen seit Februar 2025 nur 60 % ihrer Leistung einspeisen. Mit Smart Meter entfällt diese Grenze, dafür gibt es in Zeiten negativer Börsenpreise keine Vergütung.
- 25 kW: Laut Regierungsentwurf die Grenze, unter der ab 2027 die feste Vergütung entfällt. Noch nicht verabschiedet.
- 30 kWp: Bis zu dieser Größe gelten auf Wohngebäuden der Nullsteuersatz und die Einkommensteuerbefreiung.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 8 bis 12 kWp ist also vor allem der Smart Meter relevant. Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt OurSun Solar für dich, wie das abläuft, siehst du unter Ablauf.
So gehst du bei der Planung Schritt für Schritt vor
Mit diesen Schritten kommst du von der Stromrechnung zu einer belastbaren Anlagengröße:
- Verbrauch erfassen: Nimm den Jahresverbrauch aus den letzten zwei Abrechnungen und bilde einen Mittelwert.
- Zukunft ergänzen: Addiere E-Auto, Wärmepumpe und andere geplante Verbraucher mit realistischen Werten.
- Dach prüfen: Ermittle die nutzbaren Flächen und ihre Ausrichtung. Das Solarkataster im Energieatlas NRW gibt eine erste Einschätzung für dein Dach.
- Größe ableiten: Teile den Gesamtbedarf durch 1.000 und vergleiche das Ergebnis mit der verfügbaren Fläche.
- Speicher anpassen: Richte die Speichergröße am Abend- und Nachtverbrauch aus.
- Richtwert prüfen: Gib deine Werte in den Solarrechner ein und vergleiche Größe, Ertrag und Richtpreis.
Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin prüfen wir Dach, Zählerschrank und Leitungswege. Danach bekommst du einen Festpreis für die Anlagengröße, die zu deinem Haushalt passt. Die Montage dauert bei OurSun Solar maximal zwei Tage.
Vorlage: deinen Strombedarf zusammenrechnen
Trag deinen heutigen Verbrauch und die geplanten Verbraucher ein. Die Summe teilst du durch 1.000 und erhältst einen ersten Richtwert für die Anlagengröße in kWp. Die Feinplanung übernimmt der Solarrechner.
| Haushalt heute | E-Auto | Wärmepumpe | Sonstiges | Summe pro Jahr | Richtwert Anlage |
|---|---|---|---|---|---|
| 4.000 kWh | 2.500 kWh | 3.500 kWh | 0 kWh | 10.000 kWh | ca. 10 kWp |
Fiktives Beispiel. Den Verbrauch deiner Wärmepumpe liefert die Heizlastberechnung, den des E-Autos die Fahrleistung mal Verbrauch pro 100 km.
Checkliste: Daten für die Größenplanung
Hake ab, was du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Für einen kleinen Haushalt mit rund 3.000 kWh kann eine 5-kWp-Anlage rechnerisch ausreichen. Im Winter deckt sie aber nur einen kleinen Teil des Bedarfs, und der Preis pro kWp ist bei kleinen Anlagen höher. Sobald ein E-Auto oder eine Wärmepumpe dazukommen soll, ist eine größere Anlage meist die bessere Wahl.