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E-Auto & Wärme

Wärmepumpe mit Photovoltaik: So passt beides zusammen

Eine PV-Anlage deckt in Ostwestfalen-Lippe typischerweise etwa 20 bis 35 Prozent des Stroms einer Wärmepumpe direkt ab. Der Grund: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die Anlage am wenigsten erzeugt. Trotzdem passen beide gut zusammen, weil Warmwasser und Übergangszeit viel Solarstrom aufnehmen und die Wärmepumpe den Eigenverbrauch deutlich steigert.

9 Min. LesezeitVon Jona Pakebusch, OurSun Solar · Stand Oktober 2026
Satteldach mit Solarmodulen von unten vor blauem Himmel
Inhalt9
  1. 01Warum Wärmepumpe und PV gut zusammenpassen
  2. 02Sommer gegen Winter: was die PV wirklich deckt
  3. 03Steuerung: SG-Ready und Energiemanagement
  4. 04Speicher und Heizstab als Ergänzung
  5. 05§ 14a EnWG und Wärmepumpentarif
  6. 06Planung: erst Wärmepumpe oder erst PV?
  7. 07Vorlage: Wärmepumpe und PV im Jahresverlauf
  8. 08Checkliste: Wärmepumpe und PV kombinieren
  9. 09Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus braucht je nach Gebäude grob 3.000 bis 6.000 kWh Strom pro Jahr, den Großteil davon von Oktober bis März.
  • Die PV-Anlage erzeugt in OWL den Großteil ihres Ertrags von April bis September. Direkt gedeckt werden deshalb meist 20 bis 35 Prozent des Wärmepumpenstroms.
  • Warmwasser im Sommer und die Übergangszeit im Frühjahr und Herbst sind die Phasen mit der besten Deckung.
  • Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle oder Anbindung an das Energiemanagement nutzt Überschuss gezielt.
  • Als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG bekommt die Wärmepumpe ein reduziertes Netzentgelt.
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Warum Wärmepumpe und PV gut zusammenpassen

Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom je nach Gebäude, Vorlauftemperatur und Gerät etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Fachleute sprechen von der Jahresarbeitszahl. Jede Kilowattstunde Solarstrom, die in die Wärmepumpe fließt, wird also zu mehreren Kilowattstunden Wärme. Das macht die Kombination wirtschaftlich interessant.

Dazu kommt die veränderte Lage bei der Einspeisung. Für Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 beträgt die Vergütung bei Teileinspeisung bis 10 kWp nach aktuellem Stand 7,70 ct/kWh. Laut Regierungsentwurf zur EEG-Novelle sollen neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 keine dauerhafte feste Vergütung mehr bekommen. Das ist nach Stand 23.10.2026 noch nicht beschlossen. Klar ist aber: Je weniger die Einspeisung bringt, desto wertvoller wird jeder Verbraucher, der Solarstrom im Haus nutzt.

Die Wärmepumpe ist neben dem E-Auto der größte Stromverbraucher im Haus. Mit ihr steigt der Gesamtverbrauch oft auf das Doppelte oder mehr. Damit steigt auch der Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt. Eine Anlage, die vorher viel eingespeist hat, wird mit Wärmepumpe deutlich besser ausgelastet.

Wichtig ist allerdings eine realistische Erwartung. Die Sonne liefert in Ostwestfalen-Lippe dann am meisten, wenn die Heizung am wenigsten gebraucht wird. Diesen Zusammenhang schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

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Sommer gegen Winter: was die PV wirklich deckt

Eine PV-Anlage in OWL erzeugt je nach Ausrichtung und Neigung grob 850 bis 950 kWh pro kWp und Jahr. Diese Werte sind eine Annahme für die Region. Auf den genauen Ertrag deines Dachs gehen wir im Ratgeber zum PV-Ertrag in OWL ein. Entscheidend für die Wärmepumpe ist die Verteilung über das Jahr.

  • April bis September: Hier entsteht der Großteil des Jahresertrags, oft rund drei Viertel. Die Wärmepumpe läuft vor allem für Warmwasser und braucht vergleichsweise wenig Strom.
  • März und Oktober: Übergangszeit mit mittlerem Ertrag und mittlerem Heizbedarf. In diesen Monaten passt beides oft gut zusammen.
  • November bis Februar: In diesen vier Monaten erzeugt die Anlage nur einen kleinen Teil ihres Jahresertrags. Gleichzeitig hat die Wärmepumpe ihren höchsten Verbrauch.

Daraus ergibt sich die typische Deckung. Vom gesamten Wärmepumpenstrom eines Jahres kommen bei einem Einfamilienhaus mit 8 bis 12 kWp oft etwa 20 bis 35 Prozent direkt von der eigenen Anlage. Mit Speicher und guter Steuerung kann der Anteil etwas höher liegen. Ein Haus mit sehr gutem Dämmstandard und niedriger Vorlauftemperatur verbraucht insgesamt weniger, der Winteranteil bleibt aber hoch.

Diese Zahlen sind kein Argument gegen die Kombination. Die Werte zeigen nur, wo die Ersparnis entsteht: bei Warmwasser, in der Übergangszeit und an klaren Wintertagen. Ein Ziel von 100 Prozent Solarheizung ist mit einer Dachanlage und Heimspeicher dagegen nicht realistisch.

Welche Anlagengröße du für Haushalt und Wärmepumpe brauchst, erklärt der Ratgeber Wie viel kWp brauche ich?.

Hof mit rotem Ziegeldach und Photovoltaikanlage
Hof mit rotem Ziegeldach und Photovoltaikanlage
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Steuerung: SG-Ready und Energiemanagement

Damit die Wärmepumpe Solarstrom gezielt nutzt, muss sie wissen, wann Überschuss da ist. Dafür gibt es verschiedene Wege.

SG-Ready: Viele Wärmepumpen haben eine SG-Ready-Schnittstelle. Darüber kann ein Energiemanager der Wärmepumpe mitteilen, dass gerade günstiger Solarstrom verfügbar ist. Die Wärmepumpe hebt dann zum Beispiel die Warmwassertemperatur an oder heizt das Gebäude etwas stärker auf. Die Schnittstelle ist einfach und weit verbreitet. Die Regelung ist aber eher grob, weil sie nur wenige Betriebszustände kennt.

Direkte Anbindung: Einige Wärmepumpen lassen sich über eine digitale Schnittstelle direkt mit dem Energiemanager verbinden. Dann kann die Leistung feiner auf den Überschuss abgestimmt werden. Welche Kombinationen funktionieren, hängt vom Wärmepumpenhersteller und vom Wechselrichter ab.

Energiemanagement der Hybridsysteme: Hersteller wie Sigenergy, Huawei, Sungrow, Fronius, FoxESS und EcoFlow bieten Energiemanager an, die Wärmepumpen je nach Modell einbinden. Prüfe vor dem Kauf, ob deine Wärmepumpe unterstützt wird.

In der Praxis bringt die Steuerung am meisten beim Warmwasser. Der Warmwasserspeicher ist ein einfacher Wärmespeicher. An sonnigen Tagen wird er mittags mit Solarstrom auf eine höhere Temperatur gebracht und hält diese bis zum Abend. Auch der Estrich einer Fußbodenheizung speichert Wärme über einige Stunden. Komfortgrenzen sollten dabei immer Vorrang vor der letzten Kilowattstunde Eigenverbrauch haben.

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Speicher und Heizstab als Ergänzung

Ein Stromspeicher und ein Heizstab werden oft im selben Atemzug mit der Wärmepumpe genannt. Beide haben unterschiedliche Aufgaben.

Stromspeicher: Ein Heimspeicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend. Mit Wärmepumpe wird er in der Übergangszeit besser ausgelastet, weil die Wärmepumpe abends und nachts noch läuft. Im tiefen Winter bleibt der Speicher dagegen oft leer, weil kaum Überschuss entsteht. Ein sehr großer Speicher nur für die Wärmepumpe rechnet sich deshalb selten. Welche Speichersysteme wir verbauen, siehst du auf der Seite Stromspeicher. Wie du die passende Größe findest, zeigt der Ratgeber Stromspeicher-Größe berechnen. Warum sich ein Speicher grundsätzlich lohnt, erklärt Lohnt sich ein Stromspeicher?.

Dynamischer Tarif: Im Winter kann ein dynamischer Stromtarif helfen, den Netzbezug der Wärmepumpe in günstige Stunden zu legen. Das setzt ein Smart Meter und eine passende Steuerung voraus. Mehr dazu im Ratgeber Dynamischer Stromtarif mit PV.

Heizstab: Ein Heizstab macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme. Mit einer Wärmepumpe im Haus ist er deshalb zweite Wahl. Sinnvoll ist er als Ergänzung, wenn die Wärmepumpe ihr Warmwasserziel schon erreicht hat und trotzdem noch Überschuss da ist. Manche Systeme nutzen ihn auch für eine regelmäßige Legionellenschaltung. Mehr dazu im Ratgeber PV-Überschuss mit Heizstab.

Weißes Haus mit grauem Dach und Solarmodulen
Weißes Haus mit grauem Dach und Solarmodulen
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§ 14a EnWG und Wärmepumpentarif

Eine Wärmepumpe mit mehr als 4,2 kW Leistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen ist, gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug bei drohender Netzüberlastung vorübergehend auf 4,2 kW begrenzen. Abschalten darf er sie nicht. Im Alltag bemerkst du davon in aller Regel nichts, weil das Gebäude die Wärme über Stunden hält.

Im Gegenzug zahlst du ein reduziertes Netzentgelt. Dafür gibt es drei Module. Modul 1 ist eine pauschale Reduzierung, laut Bundesnetzagentur je nach Netzgebiet 110 bis 190 € pro Jahr. Modul 2 senkt den Netzentgelt-Arbeitspreis für einen separat gemessenen Verbrauch um 60 Prozent. Modul 3 ergänzt Modul 1 seit April 2025 um zeitvariable Netzentgelte. Die Beträge hängen von deinem Netzgebiet ab.

Mit einer PV-Anlage stellt sich oft die Frage, ob ein separater Zähler für die Wärmepumpe sinnvoll ist. Ein eigener Zähler bringt bei Modul 2 einen günstigeren Arbeitspreis für die Wärmepumpe. Gleichzeitig wird die Messung mit PV-Anlage und Speicher komplizierter. In vielen Einfamilienhäusern mit PV ist Modul 1 mit einem gemeinsamen Zähler die einfachere Lösung. Das solltest du für deinen Fall durchrechnen lassen. Alle Details erklärt der Ratgeber zu § 14a EnWG.

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Planung: erst Wärmepumpe oder erst PV?

Viele Hausbesitzer in Ostwestfalen-Lippe planen beides, aber nicht gleichzeitig. Die Reihenfolge ist weniger wichtig als die gemeinsame Planung.

  • PV zuerst: Lege die Anlage so aus, dass der künftige Verbrauch der Wärmepumpe schon berücksichtigt ist. Wähle einen Wechselrichter und Energiemanager, der Wärmepumpen einbinden kann. Plane Platz im Zählerschrank ein.
  • Wärmepumpe zuerst: Achte auf eine SG-Ready-Schnittstelle oder eine Anbindung an gängige Energiemanager. Dann lässt sich die PV-Anlage später gut integrieren.
  • Beides gemeinsam: Die beste Lösung, wenn Zeit und Budget es zulassen. Netzanmeldung, Zählerschrank und Steuerung werden in einem Zug geplant.

Für die Dachfläche gilt: Mit Wärmepumpe lohnt sich oft eine größere Anlage als ohne. Zusätzliche Module bringen vor allem in der Übergangszeit und an klaren Wintertagen mehr Strom für die Heizung. Ost-West-Dächer liefern dabei morgens und abends mehr und passen gut zum Verbrauchsprofil eines Haushalts. Auch steilere Modulneigungen können sinnvoll sein, weil sie die tief stehende Wintersonne besser einfangen. Das lohnt sich vor allem auf Flachdächern, wo die Aufständerung frei wählbar ist.

OurSun Solar plant PV-Anlage, Speicher und Energiemanagement so, dass eine vorhandene oder geplante Wärmepumpe eingebunden werden kann. Die Wärmepumpe selbst installiert dein Heizungsbauer. Wie groß deine Anlage für Haus und Heizung sein sollte, zeigt dir der Solarrechner als erste Einordnung.

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Vorlage: Wärmepumpe und PV im Jahresverlauf

Trage für drei Zeiträume ein, wie viel Strom deine Wärmepumpe braucht und wie viel davon die PV decken kann. So siehst du, wo deine Ersparnis entsteht.

Vorlage zum Ausfüllen
ZeitraumWärmepumpe Strombedarf (kWh)PV-Ertrag im Zeitraum (kWh)Geschätzte Deckung (%)Gedeckte Menge (kWh)Netzbezug (kWh)
April bis September9006.00060540360

Beispielwerte für ein Haus mit 4.000 kWh Wärmepumpenstrom und 9 kWp, Annahmen Stand Oktober 2026. Zeilen für Übergangszeit und Winter selbst ergänzen.

Checkliste: Wärmepumpe und PV kombinieren

Hake ab, was du schon geklärt hast.

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Häufige Fragen

Nur zu einem kleinen Teil. Von November bis Februar erzeugt eine Anlage in OWL nur einen geringen Teil ihres Jahresertrags. Die Wärmepumpe braucht in dieser Zeit am meisten Strom. An klaren Wintertagen hilft die PV mittags trotzdem. Den Großteil des Winterstroms bezieht die Wärmepumpe aber aus dem Netz.

Solarrechner

Wie groß sollte deine Anlage mit Wärmepumpe sein?

Gib im Solarrechner an, dass du eine Wärmepumpe hast oder planst. Du bekommst eine erste Einschätzung für Anlage und Speicher.

Lieber direkt anrufen: 0176 20391353

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