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Kosten & Wirtschaftlichkeit

Wann amortisiert sich deine PV-Anlage? Rechnung für OWL

In unserer Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus in OWL hat sich eine 10-kWp-Anlage mit Speicher nach etwa 12 bis 19 Jahren bezahlt gemacht, je nach Inbetriebnahmejahr und Eigenverbrauch (Stand Oktober 2026). Der wichtigste Hebel ist der selbst genutzte Solarstrom, weil er Netzstrom zum vollen Preis ersetzt.

9 Min. LesezeitVon Jona Pakebusch, OurSun Solar · Stand Oktober 2026
Weißes Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage bei bewölktem Himmel in OWL
Inhalt10
  1. 01Wie berechnest du die Amortisation einer PV-Anlage?
  2. 02Mit welchen Annahmen rechnen wir für OWL?
  3. 03Szenario A: Inbetriebnahme noch 2026
  4. 04Szenario B: Inbetriebnahme 2027 nach der geplanten Reform
  5. 05Szenario C: mehr Eigenverbrauch durch E-Auto oder Wärmepumpe
  6. 06Was die Amortisation zusätzlich beeinflusst
  7. 07Lohnt sich Photovoltaik in OWL 2026 und 2027 noch?
  8. 08Vorlage: deine eigene Amortisationsrechnung
  9. 09Checkliste: Daten für deine Rechnung
  10. 10Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Amortisationszeit ergibt sich aus Investition geteilt durch die jährliche Ersparnis plus Einspeiseerlös minus Betriebskosten.
  • Selbst genutzter Solarstrom spart den vollen Strompreis, eingespeister Strom bringt nur die Vergütung.
  • Inbetriebnahme bis 31.12.2026: nach aktuellem Stand feste Einspeisevergütung für 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr.
  • Ab 2027 sieht der Regierungsentwurf nur noch eine befristete Übergangszahlung vor. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet.
  • Mit E-Auto oder Wärmepumpe steigt der Eigenverbrauch und die Anlage rechnet sich schneller.
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Wie berechnest du die Amortisation einer PV-Anlage?

Die Amortisationszeit sagt dir, nach wie vielen Jahren die Anlage ihre Anschaffungskosten wieder eingespielt hat. Die Grundformel ist einfach:

Amortisation in Jahren = Investition ÷ (Ersparnis durch Eigenverbrauch + Einspeiseerlös − Betriebskosten pro Jahr)

Die Ersparnis durch Eigenverbrauch berechnest du aus den Kilowattstunden, die du selbst nutzt, multipliziert mit deinem Strompreis. Der Einspeiseerlös ergibt sich aus der eingespeisten Strommenge mal Vergütung. Betriebskosten sind vor allem Versicherung, Wartung und Messstellenbetrieb.

Die Formel ist eine Vereinfachung und lässt steigende Strompreise, Zinsen und die leicht sinkende Modulleistung über die Jahre außen vor. Für eine erste Entscheidung reicht sie trotzdem gut aus. Wichtig ist, dass du die Annahmen offenlegst und mit deinen eigenen Zahlen nachrechnest. Genau das macht der Solarrechner für dein Dach.

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Mit welchen Annahmen rechnen wir für OWL?

Für die Beispielrechnung gehen wir von einem typischen Einfamilienhaus in Ostwestfalen-Lippe aus. Alle Werte sind Annahmen und keine Zusage:

  • Anlage: 10 kWp mit Batteriespeicher, Süd- oder Südwestdach.
  • Investition: 18.000 Euro. Der Wert liegt innerhalb der Marktspanne von etwa 12.500 bis 22.000 Euro für 10 kWp mit Speicher (Marktüberblick, Stand Oktober 2026).
  • Ertrag: 900 kWh pro kWp und Jahr, also 9.000 kWh. In OWL liegt ein gut ausgerichtetes Dach erfahrungsgemäß in einer Spanne von grob 850 bis 950 kWh pro kWp.
  • Haushaltsverbrauch: 4.500 kWh pro Jahr.
  • Eigenverbrauch mit Speicher: 3.000 kWh, eingespeist werden 6.000 kWh.
  • Strompreis: 35 Cent pro kWh. Schau auf deine letzte Abrechnung, dein Wert kann abweichen.
  • Betriebskosten: 150 Euro pro Jahr für Versicherung und Wartung.

Wie der Ertrag in OWL zustande kommt und wie Ausrichtung und Neigung ihn verändern, erklärt der Ratgeber Wie viel Strom erzeugt deine PV-Anlage in OWL?. Lokale Zahlen zur Photovoltaik in unserer Heimatstadt sammelt der Solar-Report Bielefeld.

Fertige Full-Black-Photovoltaikanlage auf einem Ziegeldach
Fertige Full-Black-Photovoltaikanlage auf einem Ziegeldach
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Szenario A: Inbetriebnahme noch 2026

Nach aktuellem Stand (Oktober 2026) erhalten Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, laut Bundesnetzagentur eine Einspeisevergütung von 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung. Anlagen mit Inbetriebnahme bis zum 31.12.2026 sollen laut Regierungsentwurf Bestandsschutz behalten, die Vergütung läuft dann 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr.

Die Rechnung:

  • Ersparnis Eigenverbrauch: 3.000 kWh × 0,35 € = 1.050 Euro
  • Einspeiseerlös: 6.000 kWh × 0,077 € = 462 Euro
  • Betriebskosten: −150 Euro
  • Jährlicher Vorteil: 1.362 Euro

18.000 Euro ÷ 1.362 Euro ergibt eine Amortisation nach rund 13 Jahren. Danach erwirtschaftet die Anlage über ihre restliche Lebensdauer einen Überschuss. Steigt der Strompreis in den kommenden Jahren, verkürzt sich die Zeit. Die aktuellen Vergütungssätze und ihre Entwicklung findest du im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

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Szenario B: Inbetriebnahme 2027 nach der geplanten Reform

Das Bundeskabinett hat am 29.07.2026 eine EEG-Novelle beschlossen. Der Regierungsentwurf sieht vor, dass neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 keine dauerhafte feste Einspeisevergütung mehr erhalten. Stattdessen soll es eine Übergangszahlung von 5,2 Cent pro kWh für höchstens 36 Monate geben. Bundestag und Bundesrat haben noch nicht entschieden, die Zahlen können sich ändern.

Wir rechnen vorsichtig und setzen nach den drei Jahren keine Einspeiseerlöse mehr an:

  • Jahr 1 bis 3: 1.050 € Ersparnis + 312 € Übergangszahlung − 150 € = 1.212 Euro pro Jahr
  • Ab Jahr 4: 1.050 € − 150 € = 900 Euro pro Jahr

Nach drei Jahren sind 3.636 Euro eingespielt. Die restlichen 14.364 Euro brauchen bei 900 Euro jährlich knapp 16 weitere Jahre. Die Amortisation liegt damit bei rund 19 Jahren.

Das klingt ernüchternd, zeigt aber vor allem eines: Ohne feste Vergütung entscheidet der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit. Was der Entwurf im Detail vorsieht, erklären wir im Ratgeber zur EEG-Novelle 2027.

Backsteinhaus mit Solaranlage auf dem Dach in der Abenddämmerung
Backsteinhaus mit Solaranlage auf dem Dach in der Abenddämmerung
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Szenario C: mehr Eigenverbrauch durch E-Auto oder Wärmepumpe

Jetzt verändern wir nur eine Stellschraube. Der Haushalt lädt ein E-Auto mit Solarstrom oder betreibt eine Wärmepumpe, sodass der Eigenverbrauch von 3.000 auf 4.500 kWh steigt. Eingespeist werden dann noch 4.500 kWh.

  • Jahr 1 bis 3: 1.575 € Ersparnis + 234 € Übergangszahlung − 150 € = 1.659 Euro pro Jahr
  • Ab Jahr 4: 1.575 € − 150 € = 1.425 Euro pro Jahr

Selbst ohne dauerhafte Vergütung ist die Anlage so nach rund 12 Jahren bezahlt. Das ist schneller als im Szenario A mit fester Vergütung, aber geringerem Eigenverbrauch.

Die Rechnung zeigt, warum Speicher, Wallbox und Wärmepumpe nach der Reform zum Kern einer PV-Anlage werden. Wie viel ein Speicher dazu beiträgt, liest du im Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher?. Wie du E-Auto und Solarstrom kombinierst, erklärt der Ratgeber Wallbox und PV-Anlage.

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Was die Amortisation zusätzlich beeinflusst

Die drei Szenarien sind bewusst einfach gehalten. In der Praxis verschieben diese Faktoren das Ergebnis:

  • Strompreisentwicklung: Jeder Cent mehr pro kWh erhöht die Ersparnis durch Eigenverbrauch.
  • Finanzierung: Mit Kredit kommen Zinsen hinzu. Wie du die Wege vergleichst, steht im Ratgeber PV-Anlage finanzieren.
  • Ausrichtung: Ein Ost-West-Dach erzeugt pro kWp etwas weniger, liefert aber mehr Strom am Morgen und Abend, also dann, wenn du ihn brauchst.
  • Einspeisekappung: Ohne intelligentes Messsystem ist die Einspeiseleistung neuer Anlagen seit dem Solarspitzengesetz auf 60 % begrenzt. Der Regierungsentwurf sieht künftig 50 % vor.
  • Dynamischer Stromtarif: Mit Speicher und flexiblen Verbrauchern kannst du günstige Stunden nutzen.

Eine PV-Anlage ist auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Viele Hersteller geben auf die Modulleistung Garantien über 25 Jahre und mehr. Was nach der Amortisation erzeugt wird, ist dein Gewinn.

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Lohnt sich Photovoltaik in OWL 2026 und 2027 noch?

Ja, in den meisten Fällen. Entscheidend ist, wie die Anlage geplant wird. Wer 2026 noch in Betrieb gehen kann, profitiert nach aktuellem Stand von der festen Vergütung über 20 Jahre. Wer 2027 oder später baut, sollte die Anlage konsequent auf Eigenverbrauch auslegen.

Der Stichtag 31.12.2026 ist ein ernstzunehmender Grund, jetzt zu planen. Er ist aber kein Grund für Hektik: Maßgeblich ist nach aktuellem Verständnis die Inbetriebnahme im Sinne des EEG, und auch Netzbetreiber-Fristen spielen eine Rolle. Eine Garantie für die Vergütung kann niemand geben, solange das Gesetz nicht verabschiedet ist.

OurSun Solar montiert Anlagen in maximal zwei Tagen. Ob ein Termin vor dem Jahreswechsel für dich realistisch ist, klären wir im Gespräch. Die Grundlage für deine Rechnung liefert der Solarrechner, die passende Größe der Ratgeber Wie viel kWp brauchst du?.

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Vorlage: deine eigene Amortisationsrechnung

Übertrag die Beispielzeile mit deinen Werten in die leeren Zeilen. Nutze für Ertrag und Eigenverbrauch die Werte aus dem Solarrechner oder deinem Angebot und für den Strompreis deine letzte Abrechnung.

Vorlage zum Ausfüllen
InvestitionJahresertragEigenverbrauchErsparnis pro JahrEinspeiseerlös pro JahrBetriebskostenAmortisation
18.000 €9.000 kWh3.000 kWh1.050 €462 €150 €ca. 13 Jahre

Beispielzeile entspricht Szenario A (Inbetriebnahme 2026, 35 ct/kWh Strompreis, 7,70 ct/kWh Vergütung). Fiktive Rechnung, Stand Oktober 2026.

Checkliste: Daten für deine Rechnung

Hake ab, was du schon erledigt hast.

0 von 7 erledigt

Häufige Fragen

Solarmodule sind auf eine lange Nutzung ausgelegt, viele Hersteller geben Leistungsgarantien über 25 Jahre und mehr. Wechselrichter haben meist eine kürzere Lebensdauer und werden oft einmal getauscht. Für die Wirtschaftlichkeit heißt das: Nach der Amortisation erzeugt die Anlage noch viele Jahre Strom, den du nicht mehr bezahlen musst.

Solarrechner

Rechne die Amortisation für dein Dach

Der Solarrechner nutzt deine Dachfläche, deinen Verbrauch und offene Annahmen für OWL. So siehst du in zwei Minuten, wie schnell sich deine Anlage bezahlt macht.

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