Inhalt9
- 01Was ist ein Balkonkraftwerk?
- 02Wie viel Strom bringt ein Balkonkraftwerk in OWL?
- 03Was eine PV-Anlage auf dem Dach anders macht
- 04Kosten und Ersparnis im Vergleich
- 05Wann ein Balkonkraftwerk reicht
- 06Wann sich eine Dachanlage für dich rechnet
- 07Vorlage: Balkonkraftwerk und Dachanlage für dein Haus vergleichen
- 08Checkliste: Die richtige Wahl für dein Haus
- 09Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Balkonkraftwerke dürfen bis zu 800 VA Wechselrichterleistung haben und müssen nur im Marktstammdatenregister eingetragen werden.
- Realistischer Ertrag in OWL: grob 400 bis 700 kWh pro Jahr, stark abhängig von Ausrichtung und Neigung.
- Eine Dachanlage mit 10 kWp erzeugt in OWL rund 8.500 bis 9.500 kWh pro Jahr, also mehr als das Zehnfache.
- Für Hausbesitzer ist ein Balkonkraftwerk ein Einstieg. Den Stromverbrauch eines Einfamilienhauses deckt es nur zu einem kleinen Teil.
- Beide Varianten profitieren von 0 % Mehrwertsteuer.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk, offiziell Steckersolargerät, besteht meist aus ein bis vier Solarmodulen und einem kleinen Wechselrichter. Es wird an einer Steckdose angeschlossen und speist den Strom direkt in dein Hausnetz. Läuft gerade der Kühlschrank, der Router oder die Waschmaschine, nutzen diese Geräte den Solarstrom zuerst.
Seit dem Solarpaket I aus dem Jahr 2024 gelten vereinfachte Regeln:
- Die Wechselrichterleistung darf bis zu 800 VA betragen.
- Die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt, du trägst das Gerät nur im Marktstammdatenregister ein.
- Ein alter Ferraris-Zähler darf vorübergehend weiterlaufen, bis der Messstellenbetreiber ihn tauscht.
Manche Formulare von Netzbetreibern nennen noch die alte Grenze von 600 Watt. Maßgeblich ist die aktuelle Rechtslage. Für Mieter und Wohnungseigentümer ist es seit 2024 außerdem einfacher geworden, ein Balkonkraftwerk gegenüber Vermieter oder Eigentümergemeinschaft durchzusetzen.
Wie viel Strom bringt ein Balkonkraftwerk in OWL?
Eine PV-Anlage erzeugt in Ostwestfalen-Lippe pro installiertem Kilowatt-Peak bei guter Ausrichtung rund 850 bis 950 kWh im Jahr. Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen hat etwa 0,8 bis 0,9 kWp. Wäre es optimal ausgerichtet und geneigt, käme es auf rund 700 bis 850 kWh.
In der Praxis hängen Balkonkraftwerke aber oft senkrecht am Geländer, zeigen nach Osten oder Westen oder liegen teilweise im Schatten. Wir rechnen deshalb mit einer realistischen Spanne von grob 400 bis 700 kWh pro Jahr. Ein Teil davon fließt ungenutzt ins Netz, weil gerade kein Gerät läuft. Vergütet wird dieser Strom in der Regel nicht.
Bei einem Strompreis von 30 bis 40 ct/kWh und einem selbst genutzten Anteil von etwa 300 bis 500 kWh ergibt das eine Ersparnis von grob 90 bis 200 € im Jahr. Das ist für ein kleines Gerät ein guter Wert. Für ein Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Verbrauch oder mehr ist es aber nur ein kleiner Beitrag. Wie viel eine Dachanlage in OWL bringt, erklärt der Ratgeber PV-Ertrag in OWL.
Was eine PV-Anlage auf dem Dach anders macht
Eine Dachanlage spielt in einer anderen Liga. Auf einem typischen Einfamilienhaus planen wir 7 bis 12 kWp, mit E-Auto oder Wärmepumpe auch 10 bis 15 kWp. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in OWL rund 8.500 bis 9.500 kWh im Jahr, mehr als ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht.
Dazu kommen Möglichkeiten, die ein Balkonkraftwerk nicht bietet:
- Stromspeicher: Solarstrom vom Mittag steht abends und nachts zur Verfügung. Der Eigenverbrauch steigt oft von rund 30 auf 60 bis 70 Prozent.
- Wallbox: Dein E-Auto lädt mit Überschuss vom eigenen Dach.
- Wärmepumpe und Heizstab: Solarstrom wird zu Wärme und Warmwasser.
- Einspeisevergütung: Für Anlagen mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026 gibt es nach aktuellem Recht 20 Jahre feste Vergütung. Was danach geplant ist, steht im Ratgeber EEG-Novelle 2027.
Dafür ist der Aufwand größer. Eine Dachanlage braucht Planung, Gerüst, Elektrofachkraft und Netzanmeldung. Bei OurSun übernehmen wir das komplett, die Montage dauert maximal 2 Tage.
Kosten und Ersparnis im Vergleich
Ein Balkonkraftwerk ist schnell gekauft und kostet je nach Ausstattung einige hundert Euro. Mit Speicher steigt der Preis deutlich. Eine Komplettanlage auf dem Dach bekommst du bei OurSun ab 12.000 € inklusive Montage und 0 % MwSt. Mit Speicher liegt der Preis höher, je nach Größe und System.
Der Vergleich nur über den Kaufpreis führt aber in die Irre. Entscheidend ist, wie viel Strom du über die Lebensdauer selbst nutzt. Eine Dachanlage mit Speicher kann einen großen Teil deines Jahresverbrauchs decken, ein Balkonkraftwerk nur einen kleinen. Wann sich eine Dachanlage bezahlt macht, rechnet der Ratgeber Wann amortisiert sich eine PV-Anlage? vor. Was die einzelnen Positionen kosten, erklärt Was kostet eine PV-Anlage?.
Wichtig: Beide Varianten profitieren von 0 % Mehrwertsteuer. Für eine Dachanlage bis 30 kWp auf dem Einfamilienhaus fällt außerdem keine Einkommensteuer auf die Vergütung an.
Wann ein Balkonkraftwerk reicht
Ein Balkonkraftwerk ist eine gute Wahl, wenn eine Dachanlage nicht möglich oder nicht sinnvoll ist:
- Du wohnst zur Miete oder in einer Eigentumswohnung ohne Zugriff auf das Dach.
- Dein Stromverbrauch ist niedrig, etwa in einem Single- oder Zwei-Personen-Haushalt.
- Du willst erst einmal ausprobieren, wie sich Solarstrom im Alltag anfühlt.
- Dein Dach ist stark verschattet oder muss in den nächsten Jahren saniert werden.
Im letzten Fall lohnt sich ein Blick auf die Solarpflicht: Wer in NRW das Dach komplett erneuert, muss seit 2026 unter Umständen eine PV-Anlage installieren. Ein Balkonkraftwerk erfüllt diese Pflicht nicht. Mehr dazu im Ratgeber Solarpflicht NRW.
Wann sich eine Dachanlage für dich rechnet
Für Eigenheimbesitzer mit eigenem Dach ist die Dachanlage in den meisten Fällen die bessere Investition. Das gilt besonders, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Dein Haushalt verbraucht mehr als 3.000 kWh im Jahr.
- Ein E-Auto ist da oder geplant.
- Du heizt mit einer Wärmepumpe oder planst den Umstieg.
- Dein Dach hat eine nutzbare Fläche nach Süden, Osten oder Westen.
Beides schließt sich nicht aus. Manche Hausbesitzer starten mit einem Balkonkraftwerk und rüsten später auf eine Dachanlage um. Das Balkonkraftwerk kann dann zum Beispiel an der Gartenhütte weiterlaufen. Bei der Planung einer Dachanlage sollte es aber berücksichtigt werden.
Wie groß deine Anlage sein sollte und was sie dir spart, siehst du in wenigen Minuten im Solarrechner.
Vorlage: Balkonkraftwerk und Dachanlage für dein Haus vergleichen
Trag deine eigenen Werte ein. Die Beispielzeile zeigt ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen an einem Südbalkon in OWL.
| Variante | Leistung | Ertrag pro Jahr | Selbst genutzt | Ersparnis pro Jahr | Aufwand |
|---|---|---|---|---|---|
| Balkonkraftwerk | 800 VA / ca. 0,8 kWp | ca. 400 bis 700 kWh | ca. 300 bis 500 kWh | ca. 90 bis 200 € | Steckdose, Eintrag im Marktstammdatenregister |
Annahmen: 30 bis 40 ct/kWh Strompreis, keine Vergütung für eingespeisten Überschuss. Zum Vergleich: Eine 10-kWp-Dachanlage erzeugt in OWL rund 8.500 bis 9.500 kWh pro Jahr. Stand 23.10.2026.
Checkliste: Die richtige Wahl für dein Haus
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Häufige Fragen
Grundsätzlich ja, beide Anlagen müssen aber im Marktstammdatenregister eingetragen sein. Bei der Planung der Dachanlage sollte das Balkonkraftwerk berücksichtigt werden, weil es die Messung und die Anmeldung beim Netzbetreiber beeinflussen kann. Sag uns beim Vor-Ort-Termin Bescheid, dann klären wir die Einbindung mit deinem Netzbetreiber.