Inhalt10
- 01Welche Zelltechnologien gibt es 2026?
- 02Aiko, Trina, Longi, Jolywood und Sunpro im Überblick
- 03Wirkungsgrad: wann er wirklich zählt
- 04Temperaturverhalten und Schwachlicht
- 05Glas-Glas, Glas-Folie und Full Black
- 06Garantien richtig lesen
- 07Welches Modul passt zu deinem Dach?
- 08Vorlage: Moduldatenblätter vergleichen
- 09Checkliste: Module im Angebot prüfen
- 10Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- TOPCon und Back-Contact sind die führenden Zelltechnologien für Hausdächer, beide auf Basis von n-Typ-Silizium.
- Back-Contact-Module haben keine sichtbaren Kontaktfinger auf der Vorderseite und wirken besonders ruhig.
- Glas-Glas-Module sind robust gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung, aber etwas schwerer.
- Wichtige Datenblattwerte: Wirkungsgrad, Temperaturkoeffizient, Schwachlichtverhalten und Garantien.
- OurSun Solar verbaut Module von Aiko, Trina, Longi, Jolywood und Sunpro, passend zu Dach und Anspruch.
Welche Zelltechnologien gibt es 2026?
Fast alle Module, die heute auf Einfamilienhäuser kommen, nutzen n-Typ-Siliziumzellen. Die ältere p-Typ-PERC-Technik verschwindet zunehmend aus dem Markt. Innerhalb der n-Typ-Welt gibt es zwei Ansätze, die du in Angeboten häufig liest:
- TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact): eine Weiterentwicklung klassischer Zellen mit einer sehr dünnen Passivierungsschicht. TOPCon ist aktuell die verbreitetste Technologie und bietet ein gutes Verhältnis aus Leistung und Preis.
- Back-Contact (BC): Alle elektrischen Kontakte liegen auf der Rückseite der Zelle. Die Vorderseite ist frei von Kontaktfingern, dadurch fällt mehr Licht auf die aktive Fläche. Back-Contact-Module erreichen besonders hohe Wirkungsgrade und sehen sehr gleichmäßig aus.
Daneben gibt es Heterojunction (HJT), eine weitere n-Typ-Technik, die vor allem bei Hitze gute Werte zeigt. Für dein Dach ist weniger entscheidend, welches Kürzel auf dem Datenblatt steht. Wichtiger ist, wie das konkrete Modul bei Wirkungsgrad, Temperaturverhalten und Garantie abschneidet.
Aiko, Trina, Longi, Jolywood und Sunpro im Überblick
OurSun Solar arbeitet mit Modulen mehrerer Hersteller. So unterscheiden sie sich in ihrem Schwerpunkt:
- Aiko: setzt konsequent auf Back-Contact-Technik, etwa mit der Neostar-Serie. Die Module fallen durch hohe Wirkungsgrade und eine sehr ruhige, oft komplett schwarze Optik auf.
- Trina Solar: einer der größten Hersteller weltweit. Die Vertex-S+-Reihe für Hausdächer nutzt n-Typ-TOPCon-Zellen in Glas-Glas-Bauweise.
- Longi: ebenfalls einer der weltweit größten Hersteller, mit Back-Contact-Modulen in der Hi-MO-Reihe.
- Jolywood: früh auf n-Typ-TOPCon spezialisiert, bekannt für bifaziale Glas-Glas-Module.
- Sunpro: ergänzt das Portfolio als solide Option für Projekte, bei denen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund steht.
Welches Modell konkret passt, hängt von Dachfläche, Optikwunsch und Budget ab. Preise nennen wir in diesem Ratgeber bewusst nicht, weil sie sich häufig ändern. Was eine Komplettanlage insgesamt kostet, erklärt der Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage?. Mehr zu unserem Leistungsumfang findest du auf der Seite Photovoltaik.
Wirkungsgrad: wann er wirklich zählt
Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil des einfallenden Sonnenlichts in Strom umgewandelt wird. Aktuelle Module für Hausdächer liegen meist zwischen etwa 21 und 24 % (Marktüberblick, Stand Oktober 2026). Back-Contact-Module erreichen hier tendenziell die oberen Werte.
Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung auf derselben Fläche. Das ist vor allem wichtig, wenn dein Dach klein oder durch Gauben und Fenster zerklüftet ist. Hast du reichlich Platz, kannst du die gewünschte Leistung auch mit etwas mehr Modulen eines günstigeren Typs erreichen.
Wichtig: Der Wirkungsgrad sagt nichts darüber, wie viel Strom ein Watt Modulleistung im Jahr erzeugt. Zwei Module mit gleicher Leistung in Watt liefern unter gleichen Bedingungen ähnlich viel Strom, auch wenn eines kleiner ist. Für den Ertrag zählen eher Temperatur- und Schwachlichtverhalten. Wie viel Strom pro kWp in OWL zu erwarten ist, zeigt der Ratgeber PV-Ertrag in OWL.
Temperaturverhalten und Schwachlicht
Solarmodule verlieren bei Hitze an Leistung. Wie stark, zeigt der Temperaturkoeffizient der Leistung (Pmax) im Datenblatt, angegeben in Prozent pro Grad Celsius. Je näher der Wert an null liegt, desto besser. Moderne n-Typ-Module liegen meist um −0,3 % pro Grad und damit besser als ältere PERC-Module.
In Ostwestfalen-Lippe spielt Hitze eine geringere Rolle als im Süden Europas. Wichtiger ist das Schwachlichtverhalten: Wie gut arbeitet das Modul bei Bewölkung, morgens, abends und im Winter? Hersteller geben dazu Werte bei geringer Einstrahlung an. Gute Werte bringen über das Jahr spürbar mehr Ertrag, besonders auf Ost- und Westdächern.
Weitere Datenblattwerte, die du kennen solltest:
- Leistungstoleranz: nur positive Toleranz, also zum Beispiel 0 bis +5 Watt, ist heute Standard.
- Degradation im ersten Jahr und danach: wie schnell das Modul altert.
- Bifazialität: bei Glas-Glas-Modulen die Fähigkeit, auch Licht von der Rückseite zu nutzen. Auf einem Ziegeldach bringt das wenig, auf hellen Flachdächern etwas mehr.
Glas-Glas, Glas-Folie und Full Black
Neben der Zelltechnik unterscheiden sich Module in der Bauweise:
- Glas-Folie: Die Rückseite besteht aus einer Kunststofffolie. Die Module sind leichter und günstiger.
- Glas-Glas: Die Zellen liegen zwischen zwei Glasscheiben. Das schützt besser vor Feuchtigkeit und Mikrorissen und gilt als besonders langlebig. Die Module sind etwas schwerer, was bei normalen Dächern selten ein Problem ist.
Bei der Optik hat sich Full Black durchgesetzt: schwarze Zellen, schwarzer Rahmen und schwarze Rückseite. Die Anlage wirkt dadurch wie eine geschlossene Fläche und passt zu dunklen Dachziegeln. Back-Contact-Module sind hier besonders unauffällig, weil die Kontaktfinger auf der Vorderseite fehlen.
Auf rotem Ziegeldach oder bei Denkmalschutz-Fragen lohnt ein Blick auf Musterfotos. Die Optik prägt dein Haus für Jahrzehnte, nimm dir für diese Entscheidung deshalb ausreichend Zeit.
Garantien richtig lesen
Bei Solarmodulen gibt es zwei Arten von Herstellergarantien, die du unterscheiden solltest:
- Produktgarantie: deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab, etwa defekte Anschlussdosen oder Delamination.
- Leistungsgarantie: sichert zu, dass das Modul nach einer bestimmten Zahl von Jahren noch einen Mindestanteil seiner Nennleistung erreicht. Viele Hersteller garantieren hier 25 Jahre und mehr.
Achte auf die Bedingungen: Wo musst du einen Garantiefall melden? Übernimmt der Hersteller auch Ab- und Wiederaufbau oder nur das Ersatzmodul? Gibt es eine Niederlassung oder einen Ansprechpartner in Europa? Die Details stehen im Garantiedokument, nicht im Werbeprospekt.
Genauso wichtig wie die Garantie auf dem Papier ist ein Ansprechpartner, der dir im Ernstfall hilft. Frag deshalb bei jedem Angebot, wer im Garantiefall den Kontakt zum Hersteller übernimmt und wer zum Austausch auf dein Dach kommt.
Welches Modul passt zu deinem Dach?
Die Wahl des Moduls hängt weniger von der Marke ab als von deiner Situation:
- Kleines oder verwinkeltes Dach: Module mit hohem Wirkungsgrad, etwa Back-Contact, holen mehr Leistung aus der Fläche.
- Großes Dach, Fokus auf Preis-Leistung: TOPCon-Module bieten viel Leistung zu gutem Preis.
- Optik im Vordergrund: Full-Black-Module, besonders in Back-Contact-Technik.
- Flachdach mit heller Fläche: bifaziale Glas-Glas-Module können einen kleinen Zusatzertrag bringen.
Ebenso wichtig wie das Modul ist der Rest des Systems. Wechselrichter und Speicher müssen zur Anlage passen. Einen Überblick gibt der Ratgeber Hybrid-Wechselrichter im Vergleich. Welche Anlagengröße und welcher Richtpreis sich für dein Dach ergeben, zeigt dir der Solarrechner.
Vorlage: Moduldatenblätter vergleichen
Übertrag die Werte aus den Datenblättern der angebotenen Module in die leeren Zeilen. So erkennst du schnell, wo sich zwei Angebote technisch wirklich unterscheiden.
| Hersteller und Modell | Zelltechnik | Leistung | Wirkungsgrad | Temperaturkoeffizient Pmax | Bauweise und Optik | Leistungsgarantie |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Modell aus Angebot A | n-Typ TOPCon | 440 Wp | 22,5 % | −0,30 %/°C | Glas-Glas, Full Black | laut Datenblatt |
Fiktive Beispielwerte zur Orientierung. Die echten Werte stehen im Datenblatt des jeweiligen Modells.
Checkliste: Module im Angebot prüfen
Hake ab, was du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Ein bestes Modul für alle Dächer gibt es nicht. Back-Contact-Module holen viel Leistung aus wenig Fläche und sehen sehr ruhig aus. TOPCon-Module bieten ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Entscheidend sind dein Dach, deine Optikwünsche und die Datenblattwerte des konkreten Modells. Wir empfehlen nach dem Vor-Ort-Termin das passende Modell.